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Stern-Klee 
(Trifolium stellatum L.)

Sterne am Boden

Beim Klee denken wir nicht selten unwillkürlich an ein vierblätteriges Kleeblatt (auch wenn es sich botanisch auch in diesem Fall um ein einziges Blatt mit vier Fiederblättchen handelt ...); mit Sternen verbinden wir den Klee vermutlich so gut wie nie. Es sei denn, wir kennen und/oder begegnen dem im Mediterran vorkommenden Stern-Klee (Trifolium stellatum).

Klee, Klee oder Klee?

Die Gattung Trifolium ist nicht die einzige, deren Vertreter im Deutschen als Klee bezeichnet werden. Nicht nur, dass wir auch Sauerklee (Gattung: Oxalis), Steinklee (Gattung: Melilotus), Hornklee (Gattung: Lotus), Schneckenklee (Gattung: Medicago) und andere berücksichtigen sollten, sondern allein in der Gattung Trifolium werden heute weltweit rund 350 Arten unterschieden. Dass von diesen allein auf der Peloponnes fast 60 verschiedene Vertreter zu finden sind, macht deutlich, dass es sich um eine überaus vielfältige und damit sehr interessante Pflanzengruppe handelt.

Eigentlich unübersehbar und trotzdem wenig beachtet

Der Stern-Klee ist eine der Klee-Arten, die im Mittelmeerraum weit verbreitet sind und dennoch – oder gerade deswegen – kaum besondere Beachtung finden. Das hat auch mit der eher geringen Größe zu tun, denn die einzelnen Pflanzen werden nur bis etwa 25 Zentimeter hoch und bilden häufig dichte, rasenartige Bestände. Es sind einjährige, aufrecht wachsende Pflanzen, vom Grund an verzweigt oder unverzweigt. Sie besitzen Laubblätter, die aus jeweils drei herzförmig-keiligen Fiederblättchen bestehen. Diese Blättchen sind an der Spitze gezähnt und beiderseits behaart. Zudem gibt es vergleichsweise große, eiförmige und grün geaderte Nebenblätter.

Bei der Art Trifolium stellatum sind zwei Varietäten zu unterscheiden, die sowohl voneinander getrennt vorkommen als auch in gemischten Pflanzengesellschaften: Trifolium stellatum var. stellatum, meist kurz als Stern-Klee bezeichnet, und Trifolium stellatum var. xanthinum, der zur Unterscheidung auch Gelblicher Stern-Klee genannt wird.

Die beiden Varietäten unterscheiden sich zunächst in der Wuchsstärke: Während der Erstgenannte meist nur 8-20 Zentimeter hoch wächst, erreicht der Gelbliche Stern-Klee Wuchshöhen zwischen 15-30 Zentimeter.

Auffallender sind jedoch die Unterschiede in der Blühphase: Die Varietät „stellatum“ bildet kugelig-eiförmige Blütenköpfe mit Einzelblüten, deren Blütenkronen weiß oder rosa und etwa so lang wie der Kelch sind. Dieser Kelch zeigt lange, lanzettliche und bewimperte „Zähne“, die zur Fruchtzeit weit abstehen.

Die Blütenköpfe der Varietät „xanthinum“ sind hingegen nur anfangs kugelig und werden zur Fruchtzeit länglich, und die Blütenkronen ihrer Einzelblüten sind deutlich cremefarben und länger als der Kelch.

Blütenrasen der Phrygana

Auf Felsfluren und mageren, durchlässigen Böden in offener, sonniger Lage kann der Stern-Klee ausgedehnte Flächen bedecken. Auf der Peloponnes trifft das vor allem auf die trockene Phygana und andere Grasfluren zu, bis in Höhenlagen von etwa 1 000 Meter.

Die Phygana als östliches Äquivalent zur westmediterranen Macchie oder Gar(r)igue zeichnet sich dabei als besonders bemerkenswertes Biotop aus: eine niedrig wachsende, immergrüne Pflanzengesellschaft aus sehr hitzetoleranten Zwergsträuchern, Stauden und Einjährigen, die mit trockenen, steinigen Böden gut zurechtkommen.

Die Sternklee-Bestände bilden hier in der Hauptblütezeit von April bis Juni eine wichtige Nahrungsquelle für langrüsselige Insekten wie Bienen-, Hummel- und Schmetterlingsarten, die dabei auch die Bestäubung der Pflanzen sicherstellen.

Nach der Blüte des Klees trocknen die Kelchzähne ein und bilden eine optisch markante Sternform. In dieser Zeit entwickeln sich kleine Hülsenfrüchte, die im charakteristischen, sternförmig ausgebreiteten Blütenkelch sitzen.

Die Verbreitung der reifen Samen erfolgt vor allem über den Wind, und da sie fast jederzeit keimbereit sind, können sich Sternklee-Bestände in der Regel Jahr für Jahr aufs Neue gut behaupten.

Glück für das ganze Jahr

Dass das vierblättrige Kleeblatt als Glücksbringer gilt, ist weithin bekannt. Generell finden sich Kleeblätter – auch die „nur“ dreizähligen – als Symbol in vielen Kulturen. So galt Klee bei den Kelten als heilige Pflanze und Zauberpflanze, im Christentum repräsentiert das Kleeblatt die Dreifaltigkeit. Allgemein steht Klee für den Sommer und symbolisiert die Liebe.

Neben diesen Zuschreibungen haben die Klee-Arten – und hier besonders die Vertreter der Gattung Trifolium – eine nicht zu unterschätzende ökonomische Bedeutung. So ist der Anbau von Wiesen-Klee (Trifolium pratense), einer auch in Mitteleuropa häufigen „Kopfklee“-Art, bereits ab dem 4. Jahrhundert nach Christus nachweisbar. Diese und andere Arten werden vor allem wegen ihres hohen Anteils an verdaulichem Eiweiß als Futterpflanzen genutzt. Zudem fördert Klee die Bodenfruchtbarkeit, da die Symbiose der Wurzeln mit Knöllchenbakterien (Rhizobiaceae) Luft-Stickstoff binden kann. Das trifft auch für den Stern-Klee zu, der gerade dadurch in der Lage ist, extrem nährstoffarme Standorte zu besiedeln. Und dass er dort eine wichtige Rolle als Bienentrachtpflanze spielt, trägt wohl auch zum Glück vieler Imker bei.

Die berühmte Weltkarte von Heinrich Bünting (1581), auf der die Kleeblattform als Symbol für die Ganzheit und Gesamtheit der damaligen Welt steht – mit Jerusalem als Zentrum. (Quelle: https://de.wikipedia.org/)

Diese und zahlreiche weitere Wildpflanzen stelle ich auch in meinem Buch „Wildpflanzen der Peloponnes" vor.